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Presse

   

Kölner Stadt-Anzeiger, 12.9.2011  

Der alte Mann und die Mädchen

Von Iris Zumbusch

Benefiz Konzert mit Daniel Höhr im Mädchengymnasium

Ruppichteroth - Die Schülerinnen des Sankt-Theresia-Gymnasiums hatten vor dem Benefizkonzert von Daniel Höhr eine etwas andere Vorstellung davon, wie ein Pianist aussieht. Die Rektorin des Mädchengymnasiums, Schwester Maria Michaela, begrüßte zum Auftakt des Klavierabends die Besucher mit einer humorvollen Anekdote. So habe seit geraumer Zeit ein Plakat mit einem Porträt von Franz Liszt, das den Komponisten in recht hohem Alter zeigte, in der Schule für das Konzert geworben.

Grund genug für einige Schülerinnen zu der Annahme, Pianisten sähen immer so betagt aus. Umso erstaunter fiel dann die Reaktion aus, als Daniel Höhr in die Schule kam, um sich für das Konzert einzuspielen. „Der sieht ja viel jünger aus, als der Liszt auf dem Plakat“, so die Bemerkung einer fassungslosen Schülerin.

Die Zuhörer lachten und die vergnügliche Stimmung erwies sich als gute Grundlage für das Konzert, das Höhr ausschließlich dem Komponisten Franz Liszt widmete. MitInformationen zum Leben und Wirken gab Höhr einen wissenswerten Einblick in das Schaffen des Komponisten. „Liszt war der erste Superstar, der durch Europa tourte“, bemerkte Höhr und unterstrich die Begeisterung für den genialen Tonschöpfer mit der humorigen Anmerkung: „Ich bin stolz, dass Liszt mein Ururgroßklavierlehrer ist“.

Verführer und Tröster

Mit der Klaviertranskription von Franz Schuberts „Ständchen“ eröffnete Höhr den Musikabend. Liszt habe häufiger Schubertlieder bearbeitet, zum einen um diese bekannter zu machen und zum anderen, um sein eigenes Solorepertoire zu erweitern, erfuhren die Zuhörer. Gebannt lauschten die Besucher dann den „Funérailles“.

Das siebte Stück aus „Harmonies poetiques et religieuses“ wird auch mit „Oktober 1849“ untertitelt und ist dem Gedenken an die Toten der Ungarischen Revolution gewidmet. Kraftvoll modellierte Höhr die düsteren Klangfarben. Geradezu greifbar nah rückten die gewaltigen Schlachtfelder und die überwältigende Trauer über die Gefallenen. Aus den „Consolations“ (Tröstungen) spielte Höhr hierauf drei Stücke. In diesen besinnlichen Werken offenbarte sich die sanfte Seite Liszts. Immer wieder erwies sich Höhr als herausragender Interpret der anspruchsvollen Musik. Tosenden Beifall bekam er nach der finalen Darbietung der „Ungarischen Rhapsodie Nr. 2“. Der Erlös des Benefizkonzerts wird für den Neubau an der Schule verwendet.

 

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Ibbenbürener Volkszeitung, 26.11.2010

"Bilder einer Ausstellung" kam(en) gut an

Konzert und Ausstellung bei Bettich Piano zu Gunsten behinderter Menschen in Weißrussland

Von Sunhild Salaschek

Laggenbeck. Was erscheint wohl geeigneter für eine Ausstellung mit russischen Bildern als die Komposition "Bilder einer Ausstellung" von Modest Mussorgski? "Das Große Tor von Kiew" - so der Titel des letzten Satzes dieses Stückes - hatte die weißrussische Malerin Lidija Schpektorova zwar nicht dargestellt, aber ihre farbenprächtigen Blumenbilder und die zahlreichen Herbst- und Winterlandschaften waren von ähnlicher Kraftfülle wie die Musik, die Daniel Höhr auf dem Klavier spielte.

Konzert und Ausstellung waren die beiden Pole der Benefizveranstaltung, die Bettich Piano zugunsten des Vereins "Chance auf Leben e.V." ausrichtete. Der Emsländische Verein unterstützt behinderte Menschen in Weißrussland, die besonders unter der Tschernobylkatastrophe leiden. Auch ein guter Teil des hilfsbereiten Publikums im beachtlich gefüllten Vortragssaal hatte osteuropäische Wurzeln. Da kann es nicht verwundern, dass die Musik von Mussorgsky hervorragend ankam.

Höhr, der nur nebenberuflich Pianist ist, beeindruckte darüber hinaus mit einem Programm bedeutender Meisterwerke. Er eröffnete das Konzert mit der sogenannten Mondscheinsonate (Op. 27 Nr. 2) von Ludwig van Beethoven. Die Bezeichnung "Mondscheinsonate" fasst den verzaubernden Eindruck des Eingangssatzes in Worte.

Dieses "Adagio sostenuto" rief nämlich Assoziationen an den nächtlichen Vierwaldstätter See, aber auch an einen Sonnenuntergang in der römischen Campagna oder an eine Totenklage wach. Höhr spielte die Sonate sehr klangintensiv, sodass es kaum möglich schien, "dass irgendjemand nicht tief beeindruckt sein sollte", wie es ein Kritiker bereits 1802, im Erscheinungsjahr der Sonate formulierte.

Die folgenden "Consolations" ("Tröstungen") von Franz Liszt erfordern neben einer gewissen Virtuosität auch intime Ausdrucksstärke. Höhr verstand es sehr gut, dem Publikum die leidenschaftlich drängenden Gefühle nahe zu bringen, während er die zarten Phrasen weniger differenziert modifizierte. Hier bedauerte man, dass der Musiker an einem Stutzflügel spielte, obwohl bei Piano Bettich eine Vielfalt von Instrumenten zur Verfügung gestanden hätte.

Das erstaunlich volle Klangvolumen des kleineren Flügels kam hingegen anschließend wieder bestens zur Geltung. Höhr machte kaum Pausen zwischen den einzelnen Abschnitten von Mussorgskys "Bilder einer Ausstellung". Er setzte die ehr streng aufgebauten "Promenaden" in köstlichen Kontrast zu den übrigen Sätzen. Genüsslich verfolgten die Hörer die tapsigen Schritte des "Gnom", oder es amüsierte sich über das "Ballet der noch nicht ausgeschlüpften Küken", ehe es beim "Großen Tor von Kiew völlig dem dramatischen Pathos dieser aus dem Volksgut erwachsenen Programmmusik erlag.

 

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General-Anzeiger, 27. Oktober 2009

Klavins. Zum „Matineekonzert mit Bildern“ hatte Pianist Daniel Höhr ins Klavierhaus Klavins eingeladen, dessen Einnahmen der Stiftung Deutsche Kinder-Krebshilfe zugutekommen. Klare Linienführung und für Mozart ein vielleicht etwas zu resoluter Anschlag zeichneten die B-Dur Sonate (KV 333) aus. In den „Neun Miniaturen für Klavier, Liegeklänge und CD nach Bildern von Udo Eich“ steuert der Komponist Markus Grünter selbst die Liegeklänge am Keyboard und die Einspielung seiner CD bei. Kreisende Motivik in „Gelbe Untergangsmutation – Babylonische Verwirrung“ geben anregende Assoziationen zu den jeweils aufgestellten farbintensiven Bildern. Der kraftvolle Zugriff passt zu Beethovens Sonate As- Dur (op. 26) schon besser.

Thomas Kirchhoff

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Bramscher Nachrichten, 13. Oktober 2008

Über Metal und Hardrock zurück zur Klassik

Benefizkonzert mit Daniel Höhr

lur BRAMSCHE. Es gibt sie immer wieder, und immer öfter treten sie auch öffentlich in Erscheinung: die Künstlerbiografien, die trotz großer Erfolge schon in früher Jugend nicht eine gerade Konzertpodium-Karriere verfolgen, sondern Umwege gehen, Wege im Abseits erkunden und die Breite der Lebenserfahrungen suchen.

Daniel Höhr, der als den Soundtrack seiner Kindheit Mozarts Klaviersonaten nennt, der „Jugend Musiziert"-Preisträger ist, als Abiturient erste Soloabende mit Moussorgskys „Bildern einer Ausstellung" gibt, dann als Bassist und Keyboarder in die Hardrock- und Metal -Szene wechselt, Englisch studiert und zehn Jahre als Lehrer tätig ist, entdeckt dann das Klavier neu, übt zwei intensive Jahre, erarbeitet sich ein neues Repertoire, mit dem er nun in kleineren Konzertsälen der Region Fuß fasst.

Am vergangenen Freitagabend spielte er mit freundlicher Unterstützung durch die Volkshochschule Bramsche zugunsten der „OKE-Kinderhilfe e.V." ein Benefizkonzert im Tuchmachermuseum. Die OKE-Kinderhilfe entwickelte sich aus dem privaten Engagement der Belegschaft der Firma „Osnabrücker Kunstoff-Erzeugnisse", welche seit zehn Jahren in internationale Produktionsstätten in Südafrika, Portugal, China und Mexiko investiert und dabei vor allem auch soziale Verantwortung vor Ort tragen will.

Verklärte Kindheit

Programmatisch eröffnet der Konzertabend mit Robert Schumanns Kinderszenen op. 15. Diese dreizehn kleinen hochromantischen Miniaturen sind eine Art Reminiszenzen an eine verklärte Kindheit: „Hasche-Mann", „Träumerei", „Ritter vom Steckenpferd", „Kind im Einschlummern" etc. Sie werden von Daniel Höhr in Tempo, Dynamik und Agogik charakteristisch gestaltet, auch wenn die teilweise latente Polyphonie und die romantischen Melodielinien zu vertikal dem Taktpuls untergeordnet werden. Eindrucksvoll gelingt trotzdem die Schlusstrias, an deren Ende Schumann den romantischen Dichter sehnsuchtsvoll suchend rezitativisch sprechen lässt, was Höhr musikalisch sensibel aushört und durch eine gelungene Pedalisierung in Zauberworte zu verwandeln weiß.

Insgesamt stimmiger gelingen die drei Intermezzi op. 117 von Johannes Brahms, deren grundmelancholische Stimmung stilsicher erfasst wird. Höhr gelingt hier eine souveräne Nachzeichnung der großflächig angelegten Architektur dieser drei Spätwerke von Brahms, indem er die differenzierten Klangfarben des Bösendorfer-Flügel auslotet.

Kraftvolle Akkorde

Nach der Pause steht Ludwig van Beethovens c-Moll-Sonate op. 13 auf dem Programm. Höhr versteht dieses vergleichsweise frühe Werk Beethovens als ein titanenhaftes und dionysisches Verlangen nach Ausdruck. Sehr schnelle Tempi und kraftvoll hingeworfene Akkorde, eilendes Laufwerk und Ausreizung der instrumentalen Grenzbereiche im Diskant und Bass lassen die feineren Töne etwa des bukolischen Zwischenthemas im ersten Satz oder die Cantabile-Melodie des zweiten und auch die feine Ziselierung des Rondothemas in den Hintergrund treten.

Bevor Daniel Höhr den gut besuchten Abend mit der explosiven Akkordik von Robert Schumanns „Aufschwung" aus den Fantasiestücken op. 12 ausklingen lässt, erklingt als pianistischer Höhepunkt Franz Liszts bekannte zweite Ungarische Rhapsodie. Hier gelingt es Höhr vorzüglich, alle pianistische Show, wie sie bei Liszt-Interpreten oft zu hören ist, beiseite zu lassen und stattdessen Liszts Transzendentaltechnik nüchtern und präzise in den Dienst des romantischen Folklorismus zu stellen, dessen zigeunerhafte Melodien auf diese Weise einen sehr schönen fremden und herben Charme entwickeln.

 

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Bersenbrücker Kreisblatt, 25. September 2008 [Artikel als PDF]

Urwüchsige musikantische Veranlagung

Neuenkirchen: Klavierabend

Von Hans Gerhard Heymel

NEUNKIRCHEN. Große romantische Klaviermusik erklang in der St.-Laurentius-Kirche zu Neuenkirchen. Anlässlich eines Benfizkonzerts zur Renovierung des Gotteshauses spielte Daniel Höhr berühmte Werke von Beethoven, Schumann, Brahms und Liszt.

Zentral plaziert unter dem Lichterkranz des Kronleuchters, eröffnete Daniel Höhn [sic] mit großer Konzentration sein abwechslungsreiches Programm mit den "Kinderszenen" op. 15 von Robert Schumann. Mit viel Einfühlungsvermögen erweckte er die kostbaren musikalischen Miniaturen zum Leben und verklanglichte mit differenzierter Anschlagskunst besonders in der dynamischen Gestaltung die poetischen Ideen der kleinen Charakterstücke. In den "Drei Intermezzi" op. 117 von Johannes Brahms gelang es Höhr, den durchgängigen melancholischen Ausdruck der späten Komposition offenzulegen. Dank seiner virtuosen Spieltechnik entwickelte sich in den kostbaren Details der Elegien eine große Wärme, die, von den Mittelstimmen getragen, den Satz mild durchleuchtete.

Ludwig van Beethovens "Pathetique" wurde anschließend zum Höhepunkt des Abends. Mit großer Hingabe bewegt und belebt Höhn [sic] das berühmte Werk, macht mit kraftvollem Anschlag und großem Pathos eine "Grande Sonate" daraus, wie es der Komponist im Werktitel vorschreibt. Zusätzlich getragen von der weiten Akustik, entlockt Höhr seinem Instrument dabei nahezu orchestrale Klänge, akzentuiert mit archaischer Wucht den einleitenden Moll-Akkord, um ihn umgehend werkgetreu lyrisch zu entwickeln. Höhr gestaltet die schnellen Tempi exzessiv, verdichtet die Sechzehntelläufe fast bis an die Grenze eines Glissandos, um mit aller Kraft im Vorwärtsdrängen Beethovens sehnsüchtige Utopie zu folgen. Die As-Dur-Melodie formt Höhn [sic] zu einer Meditation, überspielt souverän mit Geschick die Klippe der Partitur, um anschließend, wie dem Schicksal trotzend, das Werk mit pathetischer Leidenschaft im Rondo zu beschließen.

In der 2. Ungarischen Rhapsodie von Franz Liszt offenbarte Höhn [sic] zum Abschluss des Programms seine urwüchsige musikantische Veranlagung in der Umsetzung der schwungvollen Zigeuner-Melodik. Nahezu ekstatisch spielte er die feurigen und kapriziösen Elemente der "Hongroise" und zeichnete, gelöst von pianistischer Konvention, mit solidarischer Willenskraft ein vitales Bild der heimatlosen Zigeuner.

 

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Kölner Stadt-Anzeiger, 11. März 1994

Mondschein-Sonate voller Romantik

Pianist Daniel Höhr schätzt lyrische Tongebung

Sankt Augustin - Was bringt einen 20jährigen zu einer intensiven Auseinandersetzung mit klassischer Musik am Klavier? Die Faszination des Tasteninstrumentes, die Möglichkeit der Klangkombination und die Vielfalt des Ausdrucks waren es, die Daniel Höhr zur pianistischen Beschäftigung anregte.

Seit zwölf Jahren spielt Daniel Höhr Klavier; seit 1988 unterrichtet ihn Eleonora Sauer. Im Haus Menden gab der mehrfache Preisträger von "Jugend Musiziert" einen Klavierabend, der seine Begeisterung für das Instrument spüren ließ.

Seine Stärke sind romantische Kompositionen, in denen er mit weicher und lyrischer Tongebung die Melodien zart herausarbeitete. Auch den großen romantischen Akkordklängen und Arpeggios gab Daniel Höhr emotionalen Ausdruck.

Leider führte das zeilweise zu häufig benutzte Pedal zum Eindruck einer sehr starken Tonverschmelzung bis hin zur Verschwommenheit, was für das barocke und klassische Stück nicht sonderlich zuträglich war. In Bachs Toccata aus der e-Moll-Partita vermißte man die notwendige klare Durchsichtigkeit und die rationale Durchdringung der Strukturen. Auch Beethovens "Mondscheinsonate" interpretierte Höhr sehr romantisch, teilweise einfühlsam. Störend auch hier die extreme Pedalbenutzung. Liszts Ungarische Rhapsodien Nr. 2 und 5 kamen dem Musiker und seinem empfindsamen Verständnis mehr entgegen. Hier bewunderte das Publikum auch sein Fingerfertigkeit. Auffällig bei allen Interpretationen waren die zurückhaltend gewählten Tempi.

Höhr bereitet sich zur Zeit auf die Aufnahmeprüfung für die Musikhochschule im Fach Schulmusik vor dort sieht er auf Grund der übergroßen pianistischen Konkurrent sein eberufliche Chance mit einer handfesten Perspektive. Nebenbei ist er auch Keyboarder in einer Rockkband.

 

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General Anzeiger 8. März 1994

Daniel Höhr setzte pianistische Glanzlichter

Augustiner Abiturient brillierte als Solist im Haus Menden - Von Bach bis Bartok

Sankt Augustin. (haa) Auf dem Programm standen "berühmt-berüchtigte" Werke von Bach bis Bartok. Daniel Höhr meisterte sie brilliant. Im Rahmen der vom städtischen Kulturamt organisierten Reihe "Concertino", die jungen Künstlern ein Podium bietet, gab der Abiturient des Rhein-Sieg-Gymnasiums einen Klavierabend im Haus Menden.

Der angehende Musikstudent tritt derzeit vermehrt als Solo-Pianist hervor. Der Auftritt im Haus Menden war der vierte Soloabend des mehrfachen Preisträgers bei Jugend Musiziert. Er überzeugte mit Konzentration und und einem Spiel, das auf Reserve setzte. So etwa beim Vortrag von Bachs einleitender "Toccata" zur "Partita Nr. 6, e-moll" (BWV 830), die nie übertrieben oder ausladend wirkte und doch einen individuellen Anstrich erhielt.

Dieses Deutungsvermögen kam auch dem Vortrag der "Sonata quasi una fantasia" (op. 27,2) zugute, die zu den meistgespielten Klavierstücken Beethovens überhaupt zählt und von daher schwierig individuell zu interpretieren ist. Dennoch gelang es Höhr, gerade dem vielgespielten ersten Satz eine eigene Note zu verleihen und auch die folgenden Sätze mit Brillianz und Können vorzutragen. Nicht minder bekannt sind die ungarischen Rhapsodien Liszts, deren zweite und fünfte auf dem Programm standen, nachdem Höhr Carl Maria von Webers "Aufforderung zum Tanu" gut gemeistert hatte. Sicherlich waren kleine Ungenauigkeiten der Anhäufung von bravourösen Passagen zuzuschreiben, zumal Höhr ein pianistisches Glanzlicht an das andere reihte. So etwa Webers Opus 65, die leidenschaftlich-beschwingte Vertonung eines Schnellwalzers, der bereits Komponisten wie Hector Berlioz und Felix von Weingartner zu Orchestrierungen veranlaßt hat. Die melodische Vielschichtigkeit der Programmusik wußte Höhr mit allen ihren schillernden klangfarblichen Aspekten umzusetzen. Ebenso spannend wie temperamentvoll auch die Interpretation der zweiten Rhapsodie von Liszt, die mit ihrem prägnanten Anfangsmotiv ebenso Weltruhm erlangt hat, wie Bartoks gewaltiges "Allegro barbaro" und das als Zugabe erklungene "Claire de lune" (Suite bergamasque) von Claude Debussy.

 

   
(c) Daniel Höhr MMVIII - MMXII